Es ist erschreckend, daß die Leute alles Glauben, was sie aus irgendwelchen dubiosen Quellen glauben.

Zu diesen Quellen zählen auch die Nachrichten in den Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten.

Wenn ich etwas höre/sehe, was mir merkwürdig oder wiedersinnig erscheint, versuche ich bei offiziellen Stellen nachzuforschen.

Diesmal:

Feiern mit Familie und Freunden im privaten Garten.

Immer wieder höre ich: “das ist verboten” – “Nur mit Haushaltsangehörigen” – “Maximal zwei Personen” – u.s.w.

FALSCH

Die Bundesregierung hat einen Neun-Punkte-Plan.
Darin heißt es:
„Die Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.“

„Im öffentlichen Raum ist die Zusammenkunft von mehr als zwei Personen Verboten.”

„Dieses gilt nicht für Haushaltsangehörige z.B. bei Spaziergängen”

Richtig ist jedoch, daß es für “Zusammenkünfte” in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen gibt.

Eine generelle Regel sollte man man aber immer Beachten:
Kontakte zu Freunden und Bekannten sollte man vermeiden, so gut es geht. Der eigene Garten gehört nicht zum öffentlichen Raum, auch wenn man „im Freien“ ist. Auch wenn hier keine “Maskenpflicht” besteht, sollte man einen Abstand von 1,5 Metern einhalten.

In Nordrhein-Westfalen gilt:

Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen sind weiterhin untersagt.

Welche Ausnahmen bestehen?
Vom Kontaktverbot ausgenommen sind Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen. Ebenso ausgenommen ist die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen, zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie aus prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen. Ausgenommen sind zudem unvermeidliche Ansammlungen – insbesondere bei der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Welche Regelungen gelten für Veranstaltungen und Versammlungen?

Veranstaltungen und Versammlungen zeichnen sich durch eine gewisse Struktur und Organisation aus. Typischerweise haben Sie einen Leiter/Organisator/Verantwortlichen und einen festlegten Rahmen. Als Veranstaltung wird man daher z.B. ein Konzert, eine Autorenlesung, einen Diskussionsabend anzusehen haben. Veranstaltungen und Versammlungen, die diese Kriterien erfüllen, sind generell, also sowohl im öffentlichen Raum als auch im privaten Bereich (also in nicht allgemein zugänglichen Gebäuden und in Wohnungen oder im eigenen Garten) unzulässig.

Wie unterscheiden sich davon Zusammenkünfte und Ansammlungen?

Zusammenkünfte und Ansammlungen sind als solche Treffen von Menschen zu sehen, die einen weniger strukturierten Rahmen haben. Beispiele wären ein Abendessen mit Freunden oder auch eine Geburtsfeier in einem gewöhnlichen Umfang. Zusammenkünfte und Ansammlungen, die diese Kriterien erfüllen, sind derzeit gemäß nur im öffentlichen Raum verboten und im privaten Bereich nicht untersagt. Auch für den privaten Bereich gilt allerdings der Appell, soziale Kontakte zu reduzieren, soweit das irgend geht. Derzeit scheint dieser Appell zu fruchten und die Menschen in unserem Land verhalten sich auch in ihrem privaten Bereich sehr vernünftig und dem großen Risiko angemessen. Sollte sich jedoch zukünftig ergeben, dass viele Uneinsichtige nun im privaten Bereich zu ausufernden Feiern usw. einladen und so ihre Mitmenschen gefährden, dann müsste über eine Ausdehnung des Verbots von Zusammenkünften/Ansammlungen auch für den privaten Bereich nachgedacht werden.

Davon abgesehen dürften allerdings schon heute im Ausnahmefall auch Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern, z.B. wegen einer außerordentlich großen Besucherzahl, wegen eines „Festprogramms“ mit Auftritten von Künstlern oder wegen sonstigen „Eventcharakters“, als Veranstaltungen anzusehen sein, so dass sie schon heute auch im privaten Bereich unzulässig sind.

Diese Regelungen sind Erweiterungen des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000.
Erweitert am 27. April 2020 mit Gültigkeit bis zum 3. Mai 2020.
Und zunächst bis zum 10. Mai 2020 verlängert.

Weitere Recherchen bring mich zu folgendem Schluß:

1. Eine Feier – egal welcher Anlaß – ist im eigenen Garten erlaubt.

2. Die Personenzahl (Freunde / Familie) sollte so gewählt werden, daß man die Hygieneregeln einhalten kann.
(In den Ländern gibt es Angaben von acht bis Zehn Personen)

3. Auch sollte man genügend Desinfektionsmittel, besonders in Bad/Toilette, zur Verfügung stehen.

4. Händeschütteln kann – aber auf gar keine Fall ein abgeknutsche.