Die EZB will bis 2016 (?) jeden Monat für 60 Milliarden Euro zusätzliches Geld drucken.

Dieses Geld soll, über Umwege, an Firmen ausgezahlt werden, damit diese Investieren und neue Arbeitnehmer einstellen können.

 

Die EZB:

‘Nötig sei jetzt eine Politik, die die Entscheidung der EZB unterstütze. Das sei am besten möglich durch strukturelle Reformen, dazu gehören beispielsweise Arbeitsmarktreformen. Um die Ungleichheit zu bekämpfen, bräuchte es Jobs für wenig qualifizierte Menschen.’

‘Damit soll den Regierungen aber nicht Zeit erkauft werden, um Reformen aufzuschieben.’

‘Indem die Wirtschaftsunion die Regierungen zu Strukturreformen verpflichtet, macht sie glaubhaft, dass die Länder tatsächlich durch Wachstum ihre Verschuldung überwinden können.’

Geld drucken, um Staatsanleihen aufzukaufen.

Die EZB will, mit dem neuen Geld, Staatsanleihen kaufen. Im Prinzip hört sich das vernünftig an. Die Regierungen bekommen mehr Geld, um Schulden zu bezahlen, aber auch um wichtige Projekte, wie Schul-, Sozial- und Straßen-Sanierungen durchzuführen.

Das stimmt aber so nicht.

Die EZB will die Anleihen nicht von den einzelnen Staaten direkt kaufen.

Sie will alte Staatsanleihen von den Banken aufkaufen.

Staatsanleihen, oder auch Schuldscheine, welche die Regierungen, irgendwann einmal, bei den Banken gegen gutes Geld eintauschten.

Somit kommt das Geld aber gar nicht bei den Regierungen an.

Daher können die Regierungen auch keine Maßnahmen ergreifen, wie sie von der EZB gefordert werden.

Wer ist dann der Nutznießer dieser Milliardenbeträge?

Das sind die Banken.

Egal wie viel Geld eine Bank als Rücklage oder als Investitionsmittel zur Verfügung hat, sie wird kein Geld an eine Firma verleihen, nur weil diese mehr Mitarbeiter einstellen will, wie es die EZB fordert.

Sie wird eher Geld locker machen, wenn eine Firma Investieren will, um Mitarbeiter zu entlassen. Denn dadurch steigt der Gewinn und die Rückzahlfähigkeit der Firma.

Es werden aber auch marode Banken durch den Ankauf der Staatsanleihen unterstützt.

Die Unterstützer der Aktion zeigen auf Amerika.

Sie sagen, das eine solche Handlungsweise in anderen Ländern auch funktioniert hätte.

Wobei ihr Finger hauptsächlich auf die U.S.A. zeigt.

Sie verschweigen aber auch, das zum Beispiel in den U.S.A. vorher viele Banken aufgelöst wurden, um zu verhindern, das sich marode Banken mit dem neuen Geld sanieren.

Sie verschweigen auch, das man andere Länder nicht mit den Eigenschaften der EU vergleichen kann.

Die U.S.A. konnten sich, seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1776, langsam zu dem Staat entwickeln, welcher er heute ist.

Und dennoch geht es in diesem Staat mehr schlecht als recht zu.

Die Armutsviertel expandieren. Kranken- oder überhaupt Sozialversicherungen können sich nur die Besserverdienenden leisten.

Das ist der Staat, welcher in Europa als Musterstaat für Europa zitiert wird.

Und so einen Staat will man in kürzester Zeit aus Europa machen.

Die ‘Zeit’ schreibt:

‘Wenn eine Zentralbank Staatsanleihen kauft, sieht man das zunächst an den Finanzmärkten. Weil die Nachfrage nach Staatsanleihen steigt, sinken deren Zinsen. Viele Investoren schichten daraufhin ihr Vermögen um und kaufen zum Beispiel mehr Aktien. Das lässt die Kurse steigen, oft schon mehrere Wochen bevor die Zentralbank überhaupt mit den Käufen beginnt, so wie es diesmal auch in der Eurozone war.’

Und:
’Von den steigenden Aktienkursen profitieren vor allem die oberen Einkommensschichten, denn sie besitzen die größten Aktien-Portfolios. Geringverdiener haben ihr Erspartes, so sie denn überhaupt welches haben, meistens nicht in Aktien investiert, sondern lediglich auf einem normalen Bankkonto geparkt, und verlieren daher gleich doppelt: Die steigenden Börsenkursen bringen ihnen nichts, dafür sinken parallel zu den Renditen der Staatsanleihen auch die Zinsen auf ihrem Konto.’

Die EZB will, die sinkenden Preise bekämpfen.

Sinkende Preise bekämpfen, um die Reichen noch reicher zu machen.

Die zur Zeit sinkenden Preise, welche zum großen Teil auch durch die ölfördernden Länder erzeugt werden, kann man aber nicht durch mehr Geld bekämpfen.

Sinkende Preise sind ein Bestandteil von Angebot und Nachfrage.

Haben die Menschen kein Geld, können sie auch nichts kaufen. Die Nachfrage sinkt und somit auch die Preise.

Haben die Menschen, durch die Reformen, z. B. keine Aussicht auf ein vernünftiges Leben im Alter, werden sie ihr Geld bestimmt nicht für Dinge ausgeben, welche sie im Moment nicht brauchen.

Sie werden es auch nicht, für ein paar Cent Zinsen, auf eine Bank bringen.

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, daß wenn das Angebot sinkt, auch die Preise steigen.

Bestes Beispiel sind die Inflationen nach einem Krieg.

Die Menschen brauchen bestimmte Waren um zu Leben. Die Wirtschaft kann diese Nachfrage aber nicht decken. So kommt es, daß dann ein Brot schnell mal 1000 Euro und mehr kosten kann.

Und genau das will die EZB erreichen.

Nicht unbedingt, daß man für ein Brot 1.000 Euro zahlen muß, aber, sie will, nach eigenen Aussagen, mit dem Geldfluß die fallenden Preise bekämpfen.

Das geht aber doch nur, wenn dieses Geld direkt dem einzelnen Menschen, besonders in den unteren Einkommensschichten, zu Gute kommt.

Was nutzt es, wenn ein Arbeitsloser nun eine unterbezahlte Stelle bekommt und eventuell noch Sozialgelder beantragen muß, um seine Miete zu bezahlen?

Davon wird die Nachfrage nicht steigen.

Und wenn die Nachfrage nicht steigt, wird weniger produziert. Die Arbeitslosenzahlen werden wieder steigen.

 

Es lebe der gute alte Sparstrumpf.

Da weiß man, was man hat.

Dieser Effekt wird durch die EU-Banken-Gesetze auch noch gefördert.

In Deutschland gibt es für Arme, Geringverdiener, Rentner, Hartz 4-Empfänger bestimmte Beträge, welche als Altersansparbeträge nicht als Vermögen und somit als Einkommen angerechnet werden darf.

Auch eine Wohnung oder ein Haus dürfen, solange diese als Angemessen, gelten nicht mehr als Einkommen angesehen werden.

Auf der anderen Seite, kann man ihnen dieses “Vermögen” aber per Gesetz dennoch abnehmen.

Ich möchte hier nicht darüber diskutieren, ob jemand mit oder ohne Schuld in die Fänge eines Gerichtsvollziehers geraten ist.

Es gibt aber genug Menschen, Frauen, aber überwiegend Männer, welche per Gesetz oder Gericht, durch eine Scheidung in die Schuldenfalle geraten.

Ich weiß nicht, wie hoch die Freibeträge für die Altersvorsorge im Sozialrecht sind.

Da ist aber auch Egal.

Angenommen ich habe, als Sozialgelempfänger 1.000 Euro auf der Bank, welche das soziale Minimum übersteigen und laut Sozialrecht nicht als Einkommen angerechnet werden dürfen, kommt, im Schuldenfall, ein Gerichtsvollzieher und zieht das Geld einfach ein.

Und es spielt dabei keine Rolle, wer die Schulden letztendlich verursacht hat oder ob man danach in die Armut fällt.

So gesehen wird man sein Geld besser in den Sparstrumpf stecken und versuchen dies zu verheimlichen.

Die EZB sollte das Geld vernünftiger ausgeben.

In der Europäischen Union leben über 700 Millionen Menschen.

Sehr viele, wenn nicht sogar die Meisten, unterhalb der Armutsgrenze.

Ich Glaube, Herr Draghi, wenn man die Reichen ausklammern würde und Sie dem Rest, gestaffelt nach Einkommen, bis zu eine Million Euro schenken würden, gingen Ihre Wünsche eher in Erfüllung.

Es geht mir bei diesem Gedanken nicht darum, ein Europa von Millionären zu erschaffen.

Aber, wenn die Menschen dieses Geld nutzen würden, um eine Altersvorsorge zu treffen, um ihre Schulden zu begleichen, um sich eventuell Selbstständig zu machen, würde Ihre Forderung nach Wachstum und sinkenden Arbeitslosenzahlen wohl besser zu bewerkstelligen.

Dieses hätte drei Nebeneffekte:

1. Die Sozialausgaben der Länder würden sinken und die eingesparten Ausgaben könnten z. B. in eine bessere Schulausbildung investiert werden.

2. Der Wirtschaftswachstum wird durch eine erhöhte Nachfrage gefördert. Wodurch auch die Preise stabil bleiben.

3. Das Ganze würde nur einen kleinen Bruchteil der von Ihnen veranschlagten Summe kosten.

Herr Draghi, Sie zäumen das Pferd am falschen Ende auf.

Sie müssen Unten anfangen um ein Übel zu bekämpfen.

Würde man in staatlichen Laboren, Heroin und Kokain herstellen, um die Süchtigen zu versorgen, würde man die davon abhängige Kriminalität bis in die obersten Kreise bekämpfen.

Genau so ist es bei den Staaten.

Die Reichen schert es nicht, welche Gesetze es gibt. Sie werden immer irgendwo ein Schlupfloch finden. Hauptsache ihr Vermögen ist sicher und vermehrt sich.

Aber, nur wenn es auch dem kleinen Bürger, relativ, gut geht, kann ein Staat, kann Europa auf Dauer existieren.

Darüber sollten Sie einmal nachdenken.

Advertisements