Dauernd leere Batterie

Ich möchte einmal über einen "eingebauten" Fehler in der A-Klasse berichten.

Eine Bekannte hat (noch) einen A 140.

Alle 14 Tage, spätestens nach 3 Wochen ist Montags die Batterie leer.

Von Mo – Fr fährt sie jeden Tag 2 mal rund 10 Km, also 20 Km täglich.
Sa und So steht die Karre.

Zweimal war sie in einer MB-Werkstatt und zweimal beim Bosch-Dienst.

Im Februar bekam der Wagen eine neue Batterie und im August wurde die Lima getauscht.

Weder bei MB noch bei Bosch konnte man über den Fehlerspeicher etwas ermitteln.

Dann wollte ein Bekannter, (KFZ-Elektriker) sich der Sache Annehmen, weil ihr die Kosten zu teuer wurden.

Sie schrieb MB direkt an, schilderte den Fall und bat um die entsprechenden E-Pläne.

Diese wurden ihr mit Hinweis auf eine EG-VO verwehrt, obwohl sie, nach deutschem Recht, zu dem berechtigten Personenkreis gehört.

Anmerkung:
In Deutschland muss der Eigentümer einer Sache nicht in eine Werkstatt. Er kann entweder selbst reparieren oder jemanden beauftragen. Der Hersteller muss dann entsprechende Unterlagen bereitstellen.
Eine EG- oder EU-Verordnung löscht keine nationalen Gesetze, sondern es ergänzt diese nur, um einen minimalen Standard in der ganzen EG zu gewährleisten.
Gibt es national eine strengere Rechtsprechung, wie in Deutschland, wird diese NICHT aufgehoben.

Von MB kam die Antwort, das sie den Wagen in eine Partnerwerkstatt bringen soll, blah, blah, blah, dort würde man sich darum kümmern und die Ursache beheben.

Soweit das Vorspiel.

Nun habe ich mich damit befasst.

Ladestrom gemessen, 16,4 – 17 Volt bei laufendem Motor an der Batterie. Im Stand und während der Fahrt.

Da die alte Lima vorhanden war, habe ich diese geprüft. Genau 14 Volt.

Anmerkung:
In meinem Bekanntenkreis predige ich seit Jahren, das man ausgetauschte Teile immer mitnehmen soll. Sie sind persönliches Eigentum.

Im Fahrzeug das Kabel von Lima zur Batterie abgeklemmt und gemessen. Ebenfalls 14 Volt. Warum im angeschlossenen Zustand 16,4 – 17 Volt sind? Keine Ahnung!
Die ausgebaute Lima kam, nachdem ich sie am A 140 angeschlossen und mit einer Bohrmaschine auf touren brachte, auf 16,2 Volt.

Demnach war der Tausch der Lima nicht nötig. Aber erst mal Egal.

Mit diesem Ergebnis machte ich mich auf die Suche nach jemandem, der sich mit der Materie auskennt.

Ich stieß dabei auf einen älteren Herrn, welcher bei Iveco (Magirus Deutz) gearbeitet hat.

Er hatte bereits mit anderen A-Klasse Fahrzeugen zu tun.

Nachdem er das Fahrzeug und die getauschte Lima geprüft hatte, klärte er mich auf.

Betriebsanleitungen des A 140

Die A-Klasse hat gleich mehrere davon.

Betriebsanleitung Exterieur

Auszug:
Batterie
Die Batterie ist wartungsfrei.
….
Wird das Fahrzeug überwiegend im Kurzstrecken-
betrieb eingesetzt oder für längere Zeit abgestellt,
den Ladezustand der Batterie öfter prüfen lassen.

Was ist Kurzstrecke?

Nach seiner Erfahrung, sollte der Wagen in der Woche:

Täglich mindestens 10 Km Autobahn oder bis zu 20 Km Stadt in einer Strecke fahren.

Beim Stadtverkehr kommt es darauf an, wie oft man an einer Ampel oder in einem Stau steht.

Dann gäbe es keine Probleme mehr.

Zumindest half dies bei den Leuten, die wegen den Problemen bei ihm waren.

Nun wieder zu meiner Bekannten.

Bisher ist sie immer nur im Stadtverkehr gefahren. Da sie aber die Möglichkeit hat, ihre Fahrstrecke zu wählen, fährt sie nun ca. 5 Km auf der Autobahn und den Rest durch die Stadt.

Außerdem fuhr sie die Strecke, probeweise, zusätzlich nochmals Samstags.

Das 4 Wochen lang.

Ergebnis ist, der Wagen springt immer an.

Da nun aber die kalte Jahreszeit kommt, und die samstägliche Fahrt nur unnötig Sprit kostet, habe ich ihr ein Ladungserhaltungsgerät besorgt und dauerhaft angeschlossen.

Dieses kann sie am Wochenende einfach in die Steckdose stecken und gut ist.

Fragen

Im Internet findet man hunderte Klagen und Meinungen zu den leeren Batterien.

Die A-Klasse ist/war als Kleinwagen für den Stadtverkehr konzipiert.

Wieso hat MB nichts unternommen um diesen Betrieb zu gewährleisten?

Wieso wird man in den "Partnerwerkstätten" und von MB nicht über diesen "Mangel" aufgeklärt?

Wieso werden sinnlose Reparaturen ausgeführt, obwohl man die Quelle kennt?

Wieso sind nicht alle Fahrzeuge betroffen? Was wurde da anders gebaut?

Fazit

Wenn sie sich für einen A-Klasse Kleinwagen/Stadtwagen entscheiden, holen sie sich möglichst erst mal einen Leihwagen/Vorführwagen.
Fahren sie ihn mindestens 4 Wochen.

Wenn sie den Wagen dann kaufen, und das Problem tritt erst nach längerer Zeit auf, fahren Sie in eine "Partnerwerkstatt" von MB.

Achten Sie darauf, das auf dem Reparaturauftrag eindeutig steht:
"Fehlersuche zu Batterieentladung und Fehlerbeseitigung".

Auch wenn der Fehler/Mangel erst kurz vor Ablauf der normalen Garantiezeit auftritt, haben Sie dann den gesetzlichen Anspruch auf eine Verlängerung der Garantie um mindestens ein Jahr.

Und zwar nicht nur auf ein ausgetauschtes Teil, sondern auch auf alle Teile, die eventuell im laufe der Fehlersuche noch ausgetauscht werden.

Maßgebend ist das Datum auf dem Auftrag.

Wurde der Fehler nicht behoben, obwohl die Garantie im Laufe der Reparaturzeit abgelaufen ist, verlängert sie sich automatisch im Rahmen des Auftrags.

Das währe es.

Ach ja, eines noch.

Dies ist keine Rechtsberatung.
Die Auskünfte zu Garantie und EG-Verordnung mache ich auf Grund von Gesetzen und Gerichtsurteilen, welche jeder im Internet finden kann.
Auch werde ich keinerlei Aussagen zu den Werkstätten machen. Ich habe keine Lust mich mit irgendwelchen Abmahnungen und dergleichen herumzuärgern.

Sollte jemand von MB dies lesen:

Meine Bekannte wird sich, wie sie sagt, keinen Mercedes mehr kaufen. Sie wird auch keine "Partnerwerkstatt" mehr aufsuchen.

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