Von draus’ vom Walde komm‘ ich her,
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.
All überall auf den Tannenspitzen
sah ich goldn’e Lichtlein blitzen.

Ich ging näher hin zu ihnen,
weil sie mich zu locken schienen.
Doch was ich dort sah mit eig’nen Augen,
ihr werdet’s mir nicht Glauben.

Der Weihnachtsmann, der alte Knacker,
betätigt sich als muntrer Hacker.
Ein Engel macht führ ihn die Beine breit,
oh du selige Weihnachtszeit.

Ein zweites Flügelwesen, ihr glaubt es nicht,
hielt dabei ein Kerzenlicht.
So verstört in meinem Sinn,
schlich ich dann zum Parkplatz hin.

Dort stand ich nun im Schutz der Bäume,
und dachte schon ich Träume.
Die Tür ist auf, ich will mich setzen,
da packt mich das Entsetzen.

Drüben auf der Straße, habe ich das Christuskind geseh’n,
es kam aus der Kneipe  – und konnte kaum steh’n!
Jetzt liegt es drüben im Tannenwald… –
und hat den Arsch voll Hannen Alt!

Und wie ich so fahr‘, durch den dunklen Tann,
da kommt auch noch Knecht Ruprecht an.
Ich hatte gerade die Äuglein zu,
ich träumte beim fahr’n in himmlischer ruh.

Ich hab‘ ihn überfahren – es war ein Versehen.
Knecht Ruprecht hat in dieser heiligen Nacht;
Bekanntschaft mit meinem Kühler gemacht.

Graf von Diepelrath

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