buch1

Die Nibelungen

oder

Kriemhild und Siggi
Wie das Glück von Siegfried und Kriemhild begann, und wie schrecklich es durch Verrat endete.

Leseprobe

In Worms

In Worms, dem Lande der Burgunder, regierte vor vielen Jahren König Gunther mit seinen Brüdern Gernot und Giselher, sie hatten eine Schwester namens Kriemhild, die mit ihrer Mutter Ute am Hofe lebte. Viele Ritter, Prinzen und Könige wollten Kriemhild zur Frau; doch die verzogene Göre wollte keinen heiraten. Die blöde Pute hatte nämlich einen Traum. Danach würde sie, durch ihrer Liebe zu ihrem Mann,  nur Kummer und Leid haben.

Damals wohnte in Xanten Siegfried, der Sohn vom ollen König Sigmund.

Wie ein richtiger Junge damals sein musste, hat er sich mit seinen Kumpels so richtig ausgetobt. Kam oft dreckig und mit blauen Flecken nach Hause. Aber die von der anderen Gang hättet ihr mal sehen sollen.

Später zog er nicht nur durch seine Stadt sondern durch das ganze Königreich und wie es sich für einen tapferen Prinzen gehört, verhaute er jeden, der irgendwo was böses tat oder plante.

Aber er hat zumindest auf seinen Vater gehört. Der sagte immer: „Junge lern was vernünftiges, wer weiß wozu man das brauchen kann“.

Und er lernte. Er ging zu einem Schmied in die Lehre und als Gesellenstück schmiedete er sich ein Schwert. Dabei hantierte er aber so wild herum, das ihn der Meister nicht mehr haben wollte.

Er ging auch auf die Jagd. Erlegte zuerst Kaninchen. Dann Wildschweine, Hirsche und Bären.

Irgendwann erwischte er sogar einen Drachen. Ob er Indianer spielen wollte und sich deshalb, im Blut des Drachen seine Haut Rot färbte, weiß heute keiner mehr. Aber über den Effekt spricht man noch heute. Denn durch das Bad wuchs ihm am ganzen Körper eine so dicke Hornhaut, das er sie auch nicht mit dem schärfsten Hornhautschäler wieder runterkriegte.

Nur, wie das so eben mit den Jungrockern damals so war, von Körperpflege hielt er nicht viel. Hätte er auf seine Mutter gehört, (Junge wasch dich anständig) währe ihm das Blatt auf seinem Rücken aufgefallen. Und was ist passiert? Genau an der Stelle hat sich keine Hornhaut entwickelt. (Ich frag mich nur, ob das wirklich die einzige Stelle ohne Hornhaut war?).

Siggi ging dann auf die Wanderschaft. Irgendwann kam es dann zu einem Streit zwischen ihm und den Nibelungen. Irgendwie ein ungleicher Kampf. Denn die Nibelungen waren alle von so kleinem Wuchs, das sie überall nur Zwerge genannt wurde. Er erschlug massenhaft von diesem Völkchen, bis sich ihr König endlich ergab. Die Nibelungen mussten nun Reparationen an Siegfried leisten. Er bekam den ganzen Staatsschatz. Und vom König noch ne komische Pudelmütze und ein Schwert namens Balmung. Wenn man sich die Mütze bis über die Ohren zog, wurde man für jeden anderen unsichtbar.

Warum das Schwert den Namen Balmung hatte? Keine Ahnung, bei mir haben die Messer keinen Namen und Siggi kann keiner mehr danach fragen.

Wie jedem Jungen, juckte es auch Siggi irgendwann „in den Lenden“. Irgend so ein Trottel erzählte ihm was von einer lieblichen Jungfrau. Des Burgunderkönigs edlem Töchterlein.

Es kam wie es kommen musste. Mit zwölf Kumpels, aus seiner Gang, ritt er nach Worms. Reiten? Natürlich reiten. So richtig mit Pferd und so. BMWs oder Harleys gab es da ja noch nicht.

Na ja, Siggi auf jeden Fall ab nach Worms. Und anstatt erst mal ein paar Dates abzuwarten, will er die Schöne gleich Heiraten. In Worms angekommen erkannte Sie aber erstmal keiner. Erst der fiesen Hagen von Tronje meinte, „es könne der Held aus Niederland, der die Söhne des Zwergenkönigs Nibelung erschlagen hat und den Nibelungenhort besitzt“ sein und riet dem König, die Männer zu empfangen.

Nachdem Siggi sich und seine Kumpels vorgestellt hatten, wurden sie eingeladen eine Weile in Worms zu bleiben. Und da blieben sie dann ein ganzes Jahr. Er übte auf dem Burghof mit den Rittern weiter seine Kampftechnik. Erst nachdem er gegen die Dänen und Sachsen in den Krieg zog, welche König Gunther bedrohten und als Sieger mit den gefangenen Königen zurückkam, bekam er auf der Siegesfete endlich Kriemhild mal zu sehen. Sie musste nämlich auf Befehl ihrer Eltern und Onkels an der Party mitmachen.

Aber so einfach reinkommen und Siggi die Hand schütteln? Ne. An der Hand ihrer Mutter kam sie. Begleitet von ihren Jungfrauen. Und das war der eingebildeten Ziege noch nicht genug. Ihr Vater musste ihr seine Leibgarde, ganze hundert Mann, als Schutz zur Verfügung stellen. Als Siggi die Kriemhild sah, wurde er heiß wie Nachbars Lumpi. Als er sie dann auch noch an der Hand zum Esstisch bringen durfte, sah er aus wie zugekifft.

Autor: Graf von Diepelrath

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