Deutschland

Ich bin diese Woche zufällig auf eine Fernsehsendung gestoßen. Ich weiß nicht wer die beiden Herren waren, welche sich dort unterhielten, ich weiß auch nicht mehr, auf welchem Programm die Sendung lief.

Zunächst hörte sich das Gerede ziemlich albern an. Keine Ahnung, warum ich dem Gespräch weiter gefolgt bin.

Ich werde es hier einfach mal in meinen Worten wiedergeben, denn, je länger ich darüber Nachdenke, je mehr muss ich dem Gast der Sendung recht geben.

Es ging unter anderem darum, das jedem erwachsenen Menschen, in Deutschland, ein Mindesteinkommen…. nein das ist Falsch, ein Mindestbetrag, (oder meinte er doch Einkommen?) von 1.000 Euro zustehen müsste. Egal ob er eine Arbeit hat oder nicht.

Und zwar ohne irgendeine Gegenleistung.

Die bestehenden Sozialgesetze entstanden in einer ganz anderen Zeit.
Damals galt noch das Wort: Wer nicht arbeitet, hat auch nichts zu essen.

Das war auch Richtig.
Damals ernährte sich die überwiegende Bevölkerung ‚von der Hand, in den Mund‘. Man hatte einen mehr oder weniger großen Garten, welchen man ‚mit eigener Hand‘ bebauen konnte. Tat man es nicht, bekam man auch nichts ‚in den Mund‘.

Wer arbeitet hat auch Geld. Wer Geld hat kann sich Kleidung, einen größeren Garten, ein Haus kaufen. Er kann heiraten und Kinder zeugen.

Dieser Spruch wurde von den Industriellen des frühen 20. Jahrhunderts geprägt.
Durch die Industrialisierung zogen immer mehr Menschen in die Städte um sich in den Fabriken ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Aus dem Eigenversorger wurde ein Dienstleister.

Heute haben wir eine reine Dienstleistungsgesellschaft.
Außer im Hobbybereich, kann sich niemand mehr ‚von der Hand in den Mund‘ ernähren.

Jeder, muss heute für jemanden arbeiten; eine Dienstleistung erbringen.
Jeder, benötigt heute jemanden, um dessen Dienstleistung in Anspruch nehmen zu können.

Habe ich keine vernünftige und saubere Kleidung, keine Wohnung in einer annehmbaren Umgebung, kann ich meine Dienstleistung nicht erbringen.
Ein, 40jähriger, mit schlechten, oder gar keinen Zähnen, braucht sich auf eine Stellenanzeige erst gar nicht zu bewerben.

Warum aber gerade 1.000 Euro.

Nun, dieser Betrag reicht aus, um seinen Lebensunterhalt menschenwürdig zu gestallten. Es bleibt sogar noch etwas zum Sparen übrig.

Allerdings, große Sprünge kann man damit auch nicht machen. Irgendwann will man mehr, denn man will sich auch mal etwas besonderes leisten.

Um aber, sagen wir mal, jedes Jahr in Urlaub zu fahren, oder geht irgend etwas kaputt, muss man die Dienste eines Anderen in Anspruch nehmen.
Dazu muss man aber zuerst seine eigenen Dienste anbieten.

Weiterhin braucht man das ’soziale Umfeld‘ und Gesundheit.

Warum muss das alte Mütterchen, welches mit 600 Euro gerade mal überleben kann auch noch jedes mal 10 Euro für den Arztbesuch zahlen? Eine Befreiung von der Krankenkasse bekommt man erst, wenn die Ausgaben für die Krankheit einen bestimmten Prozentsatz übersteigt. Diesen Betrag erreichen aber nur wenige.

Mal mit Freunden ins Kino, oder in die Kneipe an der Ecke. Mal eine kleine Geburtstagsfeier ohne jedem Gast die Getränke oder Brötchen einzuteilen.

Und das geht auch ganz ohne Zwang durch die Arbeitsagenturen, Sozialämter oder Jobcenter. Aus deren Bedarfsberechnung geht noch nicht mal ein Kranz für das Begräbnis eines Angehörigen hervor.

Es liegt in der Natur des Menschen, das er immer Mehr haben, oder das bewahren möchte, was er hat.
Ohne seine persönliche Dienstleistung geht das aber nicht.

Dieses ist aber noch nicht in die Köpfe der Menschen, vor allem in die Köpfe unserer Politiker vorgedrungen.

Es hat keinen Zweck, soziale Leistungen zu beschneiden. Ein Hartz 4-Empfänger hat heutzutage kein Geld, um sich jedes Jahr eine neue Brille zu kaufen. Denn länger halten die billigen Kunststoff-Dinger nicht. Zahnprothesen kann er sich schon gar nicht leisten.

So ist dann die, so genannte, ‚Ansparrate‘ schnell verbraucht.

Übt man einen Druck aus, erzeugt das nur Gegendruck.

Der Gast der Sendung meinte, man muss heute quer Denken, man muss analysieren. So kommt man zu einem Ergebnis, welches sich zunächst sehr Radikal anhört. Verinnerlicht man sich diese Quergedanken aber erst einmal, bemerkt man ihre Schlüssigkeit.

Leider haben unsere Politiker ein solches Denken verlernt.


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