Kerze

In Gedenken an die Toten der Loveparade 2010

Wer trägt die Schuld an dem Unglück?

Die Stadt, der Veranstalter oder die Polizei?

Nachdem ich mir die Bilder immer wieder angesehen habe, möchte ich die Frage an dieser Stelle beantworten.

Aber, geht das überhaupt?

Ich denke schon.

Der Veranstalter

Wenn eine Veranstaltung geplant wird, muss man bei den entsprechenden Stellen einen Antrag stellen.

Und nicht der Veranstalter, sondern die Stadtverwaltung hat zu entscheiden, mit welchen Auflagen die Veranstaltung durchgeführt werden darf.

Der Veranstalter kann dann entscheiden, ob er die Veranstaltung mit den Bedingungen durchführen kann oder nicht.

Zu diesen Bedingungen gehört auch, ob und wie viele Zugangswege bzw. Fluchtwege vorhanden sein müssen und wie diese benutzt werden.

Ich verstehe zwar nicht, warum die Fluchtwege verschlossen waren, aber, es scheint wohl eine der Auflagen gewesen zu sein, das die Fluchtwege nur geöffnet werden, wenn ein entsprechender ‚Fluchtfall‘ eintritt.

Die Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung entscheidet, unter welchen Bedingungen eine Veranstaltung durchgeführt werden darf.

Sie legt die Grenzen des Veranstaltungsgelände fest.

Sie legt fest, wie viele Sicherheitskräfte der Veranstalter und wie viele die Stadt stellen muss.

Somit entscheidet sie auch darüber, wer wo das sagen hat.

Und, sie entscheidet auch, ob Sicherheitsvorschriften gelockert werden oder nicht.

Die Polizei

Diese ist für den öffentlichen Verkehrsraum und somit für den Verkehrsfluss zuständig.

Die Bahn

Sie hat für den ordentlichen Transport ihrer Fahrgäste und für die Sicherheit auf den Bahnhöfen zu sorgen.

Von Vorne anfangen

So wie ich die Kommentare der Teilnehmer verstanden habe, war bereits auf dem Bahnhof alles total überfüllt.

Hätte die Bahn da nicht die Entscheidung treffen müssen, ihre Fahrgäste, aus Sicherheitsgründen, bereits am vorherigen oder erst am nächsten Bahnhof aussteigen zu lassen um Vorfälle zumindest auf dem Bahngelände abzuwehren?

Das die Polizei, bei der Steuerung des Verkehrsflusses überfordert ist, wurde bereits mehrfach bewiesen.

Wenn ich an die Autobahnstaus denke, welche jedes Jahr, besonders in der Urlaubszeit auftreten, frage ich mich immer wieder, wieso da nicht mehr Unfälle passieren.

Man hätte auf dem ganzen Zugangsweg Sperren einrichten müssen um einen Stau mit solchem Ausmaß zu verhindern.
Sollte sich irgendwo ein Stau bilden, kann man alle vorher liegenden Durchgänge so lange schließen, bis sich der Stau aufgelöst hat.

Dieses Konzept wird z.B. bei vielen Bars und Diskos durch die Türsteher angewendet. Ab einem bestimmten Publikumsaufkommen, lässt man nur noch so viele Gäste rein, wie Gäste das Lokal verlassen.

Es wurde berichtet, das man das Gelände, wegen der einströmenden Gäste, nicht verlassen konnte.

Wieso? Es gab keinen Ausgang! Warum wurde vom Zugangsweg nicht ein bestimmter Teil als Ausgang abgetrennt?

In dem Tunnel währe die Befestigung, eines Trenngitters, mit einigen Befestigungen im Boden und der Tunneldecke möglich gewesen. Mit entsprechenden Hilfsmitteln währe dies auch auf der Rampe zu bewerkstelligen gewesen

Auf dem Veranstaltungsgelände scheint, den Berichten zu folge, alles ordentlich abgelaufen zu sein.

Wer trägt also die Schuld?

Meiner Meinung nach, liegt die Hauptschuld bei der Polizei.

Sie war für den Verkehrsfluss zuständig. Auch wenn die, so genannte, Rampe zum Veranstaltungsgelände zählen sollte, hätte man den Besucherstrom bereits im Vorfeld zurück halten müssen, um dort einen größeren Stau zu verhindern.

Ebenso hätte sie die Bahn informieren müssen, damit diese ihre Fahrgäste nicht auf dem überfüllten Bahnhof aussteigen lässt.

Mit entsprechenden ‚Wartezonen‘, mit Beobachterposten und Besucherinformationen hätte man dieses Unglück verhindern können.

Vor allem aber, hätte die Polizei für die, zumindest vorübergehende, Öffnung der Fluchtwege sorgen müssen.

Denn bei drohender Gefahr, hat sie die Entscheidungen zu treffen.

Aber auch die Stadtverwaltung, einschließlich des Bürgermeisters, trifft eine Schuld.

Vorausgesetzt, das es stimmt, das für diese Veranstaltung Sicherheitsvorschriften gelockert wurden.

Den Veranstalter trifft wohl nur eine moralische Schuld. Er hat sich, zumindest, an die Vorschriften zu halten. Er kann zwar mehr tun, muss es aber nicht.

Und wenn seine Versicherung, welche die Gegebenheiten auch prüft und Bedingungen stellt, allem Zugestimmt hat, wird man die Schuld woanders suchen müssen.

Denn keine Versicherung schließt einen Vertrag ab, wenn die Bedingungen nicht den Vorschriften entsprechen und zu erwarten ist, das ein Versicherungsfall eintrifft.

Es bleibt nur Abzuwarten, wie die Staatsanwaltschaft entscheidet.

Ich spreche, an dieser Stelle, allen Hinterbliebenen des Unglücks mein Beileid aus.

Möge sich so etwas niemals wiederholen.


Advertisements